Bilanz Q1 2024 – Q4 2025: Die quartalsweise Markenwechselrate auf Amazon.de stieg von ~66 % Anfang 2024 auf ~73–74 % in Q3–Q4 2025 +7–8 Pp. ggü. 2024

Unter deutschen Amazon.de-Käufern, die bereits 2024 in einer Kategorie aktiv waren, stieg der Anteil derjenigen, die beim nächsten Kauf die Marke wechselten, über acht Quartale stetig an – von rund 66 % Anfang 2024 auf 73–74 % in der zweiten Jahreshälfte 2025. Der Trend ist robust: Er bleibt stabil, selbst wenn das schnelle Nutzerwachstum der Plattform herausgerechnet wird, das ansonsten die Wechselrate durch Erstkäufer künstlich aufblähen würde.
Der stetige Anstieg der Markenwechselrate in 2024–2025 passt zu einem breiter angelegten strukturellen Wandel im deutschen Konsumverhalten: Selective Spending und Inflationsmüdigkeit haben Verbraucher zwar bewusster gemacht, aber nicht an vertraute Marken gebunden. Der GfK-Konsumklimaindex blieb in diesem Zeitraum überwiegend im negativen Bereich, und Branchendaten zeigen, dass der wertmäßige Eigenmarkenanteil im deutschen Lebensmittelhandel 2024 rund 39 % erreichte – das glaubwürdige Alternativangebot bei jedem Wiederholungskauf wächst. Die quartalsweise Gleichmäßigkeit des Trends (kein Einzelquartal-Spike) deutet auf eine dauerhafte Verhaltensänderung hin, nicht auf eine vorübergehende Reaktion auf ein Promotionsereignis wie den Prime Day.
Diese Analyse basiert auf öffentlichen Segmentdaten. Für tiefergehende Einblicke nutzen Sie unsere Enterprise-Schnittstelle.
Die Analyse verfolgt Markenwechsel von Bestellung zu Bestellung bei deutschen Amazon.de-Käufern, die in einer bestimmten Alltagskategorie bereits 2024 aktiv waren. Die Beschränkung auf diese etablierte Käuferkohorte eliminiert die Verzerrung durch neue Nutzer, die die Plattform im Laufe der Zeit betraten, sodass Trendveränderungen echte Verhaltensänderungen widerspiegeln. Quartalsbezogene Wechselraten werden für 2024 und 2025 berechnet; vollständige Bestelldaten liegen bis Mitte 2026 vor.